Bittere Derby-Niederlage in Kirchberg

(Kommentare: 0)

Ist das die Vorentscheidung im Titelrennen?

 

Aufstellung: Herdt R. – Mähringer, Golembusch, Beregowez, Winter – Schmidt (Dechandt 12.), Sagel ©, Herdt A., Mirenda – Singer (Kölzer 82.), Brecht (Schleicher 73.)

Singer V., Schwenzel, Johnen kamen nicht zum Einsatz

 

Niederlagen sind insbesondere dann nur schwer zu verdauen, wenn man sich eigentlich keine Vorwürfe machen und das Ergebnis nicht erklären kann. Doch eben genau eine solche musste unsere Mannschaft bei dem „6-Punkte-Spiel“ gegen Kirchberg hinnehmen und hat wohl nur noch theoretische Chancen, die so vertraute Liga in Richtung überkreislichen Fußball zu verlassen.

Schon zu Beginn deutete absolut Nichts auf eine mögliche Niederlage unserer „Ersten“ hin. Sohren spielte einen sehr gepflegten Ball und beherrschte den Gastgeber nach Belieben. Die zahlreichen Zuschauer bekamen bereits in der Anfangsphase einige gute Torgelegenheiten serviert und zumindest unsere Anhänger ärgerten sich, dass es 34 Minuten dauern sollte, bis Johann Brecht das längst hinfällige 1:0 markierte. Mustergültig von Capitano Artem Sagel bedient, drehte sich unser Goalgetter um seinen Bewacher herum und ließ die Kugel im oberen rechten Toreck zappeln. Umso verwunderlicher war es, dass die bis dato in offensiver Hinsicht nicht in Erscheinung getretene Heimmannschaft nur kurze Zeit später ausgleichen konnte. Artem Sagel unterlief in der Vorwärtsbewegung knapp 30 Meter vor unserem Gehäuse ein fataler Stockfehler, den Kirchberg eiskalt zum 1:1 in der 41. Minute ausnutzte. Erneut verstrichen nur wenige Minuten, ehe Artem Sagel zum absoluten Hauptdarsteller der ersten Halbzeit avancierte, als er nach einer feiner Kombination über die rechte Seite 20 Meter vor dem Tor an den Ball kam, einen Gegenspieler austanzte und die Kugel in den kurzen Winkel hämmerte. Das Traumtor aus der 45. Minute war schließlich die letzte nennenswerte Aktion der ersten Halbzeit und so ging es mit einer leistungsgerechten aber etwas zu knappen 2:1-Pausenführung in die Kabinen.

Dass Kirchberg nach Wiederanpfiff ganz anders auftreten würde, war wohl jedem SG-Spieler bewusst, allerdings schien man kein probates Mittel gegen die langen und zumeist gefährlichen Flugbälle aus der Defensive des Gastgebers zu haben. Unsere Hintermannschaft agierte ungewohnt nervös und ließ den TuS im Zuge dieses Verhaltens trotz der hoffnungslosen Unterlegenheit der ersten Halbzeit noch an die Chance glauben. Bezeichnenderweise fiel der Ausgleich nach einer Kombination aus Unsicherheit, Unentschlossenheit und einem klassischen Missverständnis. Robert Beregowez  ließ sich nach einem langen Diagonalball in der Rückwärtsbewegung vom etwas späten „Leo“-Ruf unseres Schlussmannes Richard Herdt irritieren und lenkte den Ball durch eine unkontrollierte Schulterbewegung am herausstürmenden Richard vorbei, statt ihn per Kopf aus der Gefahrenzone zu befördern. Damit waren sowohl Robert als auch Richard aus dem Spiel, so dass der lauernde Stürmer den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste und das 2:2 in der 58. Minute bejubeln durfte.

Im Anschluss besann sich Sohren nochmal seiner Stärken und versuchte, an die Leistung der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Dieses Bemühen brachte schließlich einige Torgelegenheiten ein, die in einem Elfmeterpfiff in der 73. Minute gipfelten, nachdem Angelo Mirenda – alleine auf das gegnerische Tor zulaufend – von seinem Bewacher unsanft von dem Beinen geholt wurde. Alex Singer trat an und sollte der tragische Held in einer der Schlüsselszenen der Saison werden. Der verheerende Aspekt war nicht die Tatsache, dass der Elfmeter verschossen wurde, sondern dass Sohren im Anschluss praktisch nichts mehr entgegenzusetzen hatte. So verstrichen knapp 10 Minuten, ehe sich unser Nachbar als besonders unbarmherzig erwies und den 2:3-Siegtreffer erzielen konnte, nachdem es unserer Defensive erneut nicht gelingen wollte, einen Eckstoß konsequent zu klären.  Unser Team warf in der Folge noch einmal alles in die Waagschale und sollte – arg verletzungsgebeutelt – trotzdem noch eine hervorragende Torgelegenheit bekommen. Doch Lukas Kölzer scheiterte mit seinem strammen Flachschuss an einem der mittlerweile knapp 30 Beine im gegnerischen Strafraum und so ertönte der Schlusspfiff zu unserem Leidwesen beim Spielstand von 2:3, der vor dem Hintergrund des Spielverlaufs besonders bitter schmeckte.

(Spielbericht: Robert Beregowez)

<< Bilder zum Spiel - hier klicken >>

Zurück

Einen Kommentar schreiben